Change Yourself

Statement

You Can Only Change Yourself

Betrachtungen von Philosoph Finn Janning

„If you can’t change the world, change yourself “, singt die englisch Band The The in ihrem Lied “Lonely Planet”.
Es ist unmittelbar befreiend, aber auch traurig zu hören, dass wir die Welt vielleicht nicht ändern können, was allerdings nicht heißt, dass wir resignieren müssen. Ganz im Gegenteil. Viel eher müssen wir uns der Herausforderung stellen, uns selbst zu ändern, das heißt, unseren Zugang zur Welt oder unsere Beziehung zu ihr zu verändern. Und diese Arbeit kann hart sein.
Die Lehre daraus ist folgende: Menschen verändern die Welt. Eine Veränderung entsteht dadurch, dass gewisse Menschen anders auf die Welt zugehen oder ihre Beziehung zur Welt verändern. Damit ist nichts darüber ausgesagt, was gut oder schlecht ist, nur so viel: Wenn du eine andere Welt möchtest, eine etwas bessere und liebevollere, dann musst du wissen, dass sie nicht von selbst entsteht. Nur Wollmäuse kommen von selbst. Der Rest beginnt hier und jetzt mit dir und mit mir.
Dieser Gedankengang birgt ein weiteres wichtiges Element, nämlich dass man keinen Grund hat zu missionieren oder moralisch zu kommen. Niemand hat lukrativen Zugang zur Wahrheit oder zum Guten. Doch durch dein Handeln kannst du andere inspirieren. Du kannst mit deinem Beispiel vorangehen. Der Welt freundlich begegnen.
Jedes Selbst ist ein veränderlicher Prozess. Ein Selbst verweist nicht auf eine vorgegebene Essenz, doch auf etwas Bleibendes. Etwas, das ich mitprägen oder pflegen kann. Ein solches Urbarmachen setzt selbstverständlich einen Blick nach innen und nach außen voraus. Wichtig ist, dass du dir darüber im Klaren bist, dass du immer beeinflusst wirst und das Umfeld, von dem du ein Teil bist, selbst beeinflusst.
Weshalb möchtest du die Welt verändern?
Eine mögliche Antwort könnte lauten, dass du eine Welt ohne Hierarchien möchtest, seien sie patriarchalischer, rassischer, sozialer oder ökonomischer Art. Du könntest auch den Wunsch nach einer harmonischeren Verbundenheit mit der Natur, von der wir Teil sind, hegen.
Die Verhaltensökonomie, Motivationstheorien, Zwang und Drohungen können das menschliche Verhalten verändern. Doch immer nur für kurze Zeit. Angst ist ein repressives Lösungsmodell. Die längerfristigen Veränderungen vollziehen sich durch einen Sinneswandel, eine andere Denkweise, eine andere Art zu fühlen und zu leben. Niemand hält ein Leben in ständiger Angst aus. Wenn ich anfange anders zu leben, z.B. freundlicher oder liebevoller, dann prägt dieser Zugang auch meine Gedanken und Gefühle. Das lässt sich auch ganz kurz ausdrücken: Ich möchte die Welt retten, nicht weil ich ihren Tod fürchte, sondern weil ich sie liebe.
Wenn ich mich selbst verändern möchte, um – vielleicht – die Welt ändern zu können, muss ich mich zuerst der Ideale und Normen entledigen, die mich in einem regressiven Zugang zum Leben festhalten.
Ich will mich nicht länger davon leiten und verführen lassen, was in der heutigen Leistungsgesellschaft Ansehen und Geltung verleiht. Stattdessen will ich achtsam, freundlich und liebevoll mit dem Leben interagieren. Ich will mich dem Leben hingeben. Ich will dem Leben freudig dorthin folgen, wo es nun einmal wächst.